Bürgernetzwerk:Berliner-Klima

Nach dem Kohlekraftwerk...

Im März 2009 verkündete der schwedische Energieversorger Vattenfall aufgrund massiver Proteste auf den Bau eines riesigen Kohlekraftwerkes im Herzen Berlin zu verzichten.Als Bürgerinitiative "Nein zum Kohlekraftwerk" hatten wir an der Entwicklung einen massgeblichen Anteil. "Man habe tief in die Stadt hineingehört", sagte der Generalbevollmächtige des Konzernes, Werner Süss. Wie wir bereits bei unserer Gründung im März 2007 verkündeten, ist uns ein "Nein" zur Kohle uns zuwenig. Darum engagieren wir uns weiterhin für eine moderne und zukunftsweisende Energieversorgung in Berlin.

5. März 2010

Weltweiter Holzeinkauf für Berliner Biomassewerke: Bürger sehen Senat in der Pflicht

Nach Medienberichten will das Energieunternehmen Vattenfall 1/3 des Holzes für seine geplanten Berliner Biomassewerke weltweit einkaufen. Der Konzern wolle dafür eigene Öko-Regelung erstellen. „Eine freiwillige, nur durch das Unternehmen kontrollierte Selbstverpflichtung ist zu wenig“, sagt Mike Kess, Sprecher des Netzwerkes „Berliner Klima“, vormals Bürgerinitiative „Nein zum Kohlekraftwerk“ und sieht die Politik in der Pflicht. Nicht eingehaltene Selbstverpflichtungen haben leider in der bundesweiten Wirtschaftpolitik lange Tradition.

Zwar klingen die Absichten des schwedischen Energieriesen durchaus löblich, aber auf ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen eben sei nur bedingt Verlass, so Kess. „Ein profitorientiertes Unternehmen ist halt kein Umweltverein“. Man müsse nur mal über die Landesgrenze hinweg schauen. Dort betreibe Vattenfall eine der schmutzigsten Braunkohlekraftwerke. „Wenn es der Konzern wirklich ernst meinen würde mit einem ökologischeren Umbau seines Unternehmens, würde man sich von der Abbaggerung der Lausitz und der Errichtung von CO2-Endlager vor den Toren Berlins verabschieden und eine konsequente Unternehmenspolitik in Richtung erneuerbare Energien anstreben“, sagt Kess.

Daher sei jetzt die Politik gefordert. Der Berliner Senat ist in Pflicht, zusammen mit unabhängigen Experten einen  verbindlichen Katalog mit Nachhaltigkeitsregeln zu erstellen, nach denen Vattenfall handeln muss, fordert das Bürger-Netzwerk. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in der Region um die Rummelsburger Bucht Ängste vorherrschen, die geplante Biomassewerke könnten zur Verbrennung von stark belastetem Altholz genutzt werden.

Artikel in der Berliner Morgenpost „Vattenfall beheizt Berlin mit Holz“
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1269007/Vattenfall-beheizt-Berlin-mit-Holz.html