
Nach dem Kohlekraftwerk...
Im März 2009 verkündete der schwedische Energieversorger Vattenfall aufgrund massiver Proteste auf den Bau eines riesigen Kohlekraftwerkes im Herzen Berlin zu verzichten.Als Bürgerinitiative "Nein zum Kohlekraftwerk" hatten wir an der Entwicklung einen massgeblichen Anteil. "Man habe tief in die Stadt hineingehört", sagte der Generalbevollmächtige des Konzernes, Werner Süss. Wie wir bereits bei unserer Gründung im März 2007 verkündeten, ist uns ein "Nein" zur Kohle uns zuwenig. Darum engagieren wir uns weiterhin für eine moderne und zukunftsweisende Energieversorgung in Berlin.
23. Januar 2010
Landeseigener Bildungsserver nimmt Material der Kohlelobby aus dem Programm
Nach erfolgreicher Intervention des Netzwerkes Berliner-Klima, vormals Bürgerinitiative „Nein zum Kohlekraftwerk“, nimmt der landeseigene Bildungsserver LISUM das Unterrichtsmaterial der Kohlelobby „IZ-Klima“ nach vier Monaten wieder aus dem Programm. Der Senat von Berlin begründete die Rücknahme damit, dass die Veröffentlichung derartiger Informationen zeitlich begrenzt sei, wie aus der Antwort der zuständigen Senatsverwaltung auf eine Kleine Anfrage des energiepolitischen Sprechers der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Michael Schäfer, hervorgeht. Die Nutzung des Unterrichtsmaterials der Kohlelobby liege in der Verantwortung der Lehrer, so Claudia Zinke von Senatsverwaltung für Bildung.
"Damit macht es sich der Senat zu einfach“, meint Netzwerk-Sprecher Mike Kess. Lehrer sollten darauf vertrauen können, dass über landeseigene Bildungsserver kein ungeprüftes Material von Lobbyisten verbreitet werde. Wenigstens gebe der Senat zu, dass es sich hierbei nicht um neutrale Informationen gehandelt habe und entfernte das Material, sagt Kess.
Hinter dem IZ-Klima“ stehen nach eigenem Bekunden namhafte Energiekonzerne wie Vattenfall, RWE und E.on. "Ziel der Organisation ist die Verbreitung von Informationen über Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2“, der sogenannten CCS-Technologie (Carbon, Capture ans Storage), die in der Bevölkerung und bei Wissenschaftlern höchst umstritten ist, insbesondere in den Regionen, in denen Endlager für das abgeschiedene Kohlendioxid (CO2) entstehen sollen. Die großen Kohlekraftwerksbetreiber hoffen mit der CCS-Technologie auch in Zukunft weiterhin Kohlekraftwerke betreiben zu können, wenn das klimaschädliche CO2 abgeschieden und unter die Erde verbracht wird.
Die Lobby-Organisation "IZ Klima" hat Unterrichtsmaterial mit dem Titel "Klimaschutz und CCS“ erstellt und gibt es an potentielle interessierte Lehrer weiter. In Zusammenarbeit mit einem Verlag wurde das Unterrichtsmaterial der Lobby-Organisation seit Ende des Sommers auch über den landeseigenen Bildungsserver des LISUM und über ein vom Bundesumweltministerium gefördertes Webportal für Schulen angeboten. Bis auf ein kleines Signet des "IZ-Klima“ fehlt jedweder Hinweis auf die Herkunft und die Hintergründe der Broschüre. Und selbst dieses Signet fehlt in den Arbeitsblättern bzw. Kopiervorlagen für die Schüler.
Mehr Informationen findet man unter http://lobby.ccs-protest.de
