Bürgernetzwerk:Berliner-Klima

Nach dem Kohlekraftwerk...

Im März 2009 verkündete der schwedische Energieversorger Vattenfall aufgrund massiver Proteste auf den Bau eines riesigen Kohlekraftwerkes im Herzen Berlin zu verzichten.Als Bürgerinitiative "Nein zum Kohlekraftwerk" hatten wir an der Entwicklung einen massgeblichen Anteil. "Man habe tief in die Stadt hineingehört", sagte der Generalbevollmächtige des Konzernes, Werner Süss. Wie wir bereits bei unserer Gründung im März 2007 verkündeten, ist uns ein "Nein" zur Kohle uns zuwenig. Darum engagieren wir uns weiterhin für eine moderne und zukunftsweisende Energieversorgung in Berlin.

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Ausgabe 12.Januar 2010

Biomasse als Müllverbrennungsanlage? Einladung zur Veranstaltung

Liebe Nachbarn, Mitstreiter und Interessenten,

kürzlich hat sich das Umweltnetzwerk in Hamburg mit unserer Bürgerinitiative in Verbindung gesetzt. Hintergrund ist die Planung Vattenfalls in der Rummelsburger Bucht zwei Biomassekraftwerke zu errichten. Ein längeres Gespräch mit dem Abfall-Wissenschaftler Klaus Koch aus Hamburg, der den Bau etlicher solcher Anlagen bereits begleitet hat, hat ein paar interessante Fakten zutage gefördert.

Manche mögen sich schon gefragt haben, woher denn das ganze Holz für die Verbrennungsanlagen herkommen soll und was für Holz überhaupt verheizt wird? Nun diese Fragen sollten noch um ein paar weitere ergänzt werden:

 

1. Warum können Biomassekraftwerke in Müllverbrennungsanlagen umgewandelt werden (wenn sie z. B. Mangels Holz nicht ausgelastet sind) - ohne Umwelt-verträglichkeitsprüfung und Einbeziehung der Öffentlichkeit? (Beispiele dafür gibt es in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt)

2. Was bedeutet die Verbrennung von schadstoffhaltigen Vierkanthölzern, wie Bahnschwellen u.ä. hinsichtlich des Emissionsaustoß?

3. Wie ist der Wirkungskreis und wo schlagen sich die Emission am stärksten nieder?

4. Wie stellt man sicher, dass keine schadstoffhaltigen Hölzer verbrannt werden, wenn dies auch nicht vorgesehen ist? Wer prüft das und auf welche Art und Weise?

5. Wieso haben Biomassekraftwerke in Kraftwärmekopplung die minimierte Auflagen hinsichtlich Rauchgasfilter, wenn dort auch schadstoffhaltige Hölzer verbrannt werden dürfen?

6. Warum wird bei der Errichtung von Biomassekraftwerken, die schon vorhandene Hintergrundbelastung nicht miteinbezogen?

Klaus Koch wird einer Einladung der Lichtenberger Grünen folgend, am kommenden Freitag den 15.01., um 19:00 Uhr, im Rathaus Lichtenberg zur Langen Nacht der Politik einen sehr interessanten Vortrag zu dieser Problematik halten. 

Flyer zur Veranstaltung.

Vielleicht erinnern sich noch einige daran, dass Bewag/Vattenfall vor einigen Jahren hier eine Müllverbrennungsanlage für den Standort vorgesehen hatte. Diese wurde durch ein Mediationsverfahren von den Karlshorster Bürgern zunächst abgewendet. 

Kommen die neugeplanten Kraftwerke vielleicht als Wolf im Schafspelz daher?